Montag, 27. Juni 2016

Restlos glücklich: Essen in Berlin ***nachhaltig leben***

Warst Du schon mal in einem Restaurant, in dem es nur Gerichte aus geretteten Lebensmitteln gibt? Falls nicht, empfehle ich Dir das Restlos glücklich in Berlin Kreuzberg.



Ich war letzte Woche dort und war.. na was wohl? Restlos glücklich. Glücklich darüber, dass es die Möglichkeit gibt, Menschen auf zu zeigen, was alles mit Lebensmitteln, die vor der Mülltonne gerettet werden, noch gekocht werden kann. In meinem Fall: marinierter und gebratener Fenchel mit Süßkartoffelsticks und zwei unfassbar leckeren Soßen - keine Ahnung was drin war, aber es hat so fantastisch geschmeckt, dass ich mir den angebotenen Nachschlag gern hab geben lassen. 

Falls Du mal in Berlin bist, lass die Schicki-Micki-Buden sausen und geh zum sympatischen Team von Restlos Glücklich e.V. (die übrigens alle ehrenamtlich arbeiten und kochen!) und lass Dir den kulinarischen Denkanstoß geben.

Wer den mdr empfängt: dort wird es am 08. Juli ein Radiointerview mit Lena von Restlos Glücklich geben - und ein paar Kundenstimmen (unter anderem meine Meinung zum Konzept).

Samstag, 18. Juni 2016

Barfuß oder ohne Schuhe? Warum ich barfuß laufe ***nachhaltig leben***

Es begab sich einmal zur Weihnachtszeit, da tanzte eine junge Frau barfuß in der Disko...

Die junge Frau war ich. Es handelte sich um die Weihnachstfeier der Firma, für die ich damals in Köln gearbeitet habe. Wir waren schick essen und danach sind wir noch um die Häuser gezogen. Und da gab es -wie so oft - den Moment, wo mich meine Schuhe drückten. Der perfekte Vorwand, sie endlich aus zu ziehen.

Denn ich habe Schuhe schon immer ungern angezogen. Nein, das ist so nicht wahr, ich mag Schuhe. Aber ich finde es toll, barfuß zu laufen! Ich finde es befreiend. Ich mag es, den Boden unter meinen Füßen zu spüren. Ich laufe bewusster.

Und jetzt? Habe ich einen kleinen Sohn, der mir wieder einen tollen Vorwand gibt, barfuß zu laufen. Denn Kinder lieben das. IMMER! Und ich? Ich laufe mit. Lasse die Schuhe bewusst daheim, wenn ich mich auf den Weg mache, ihn vom Kindergarten ab zu holen.

Ja, die Leute gucken. Und wie! Ich werde angesprochen. Anscheinend kitzele ich damit in den Köpfen meiner Mitmenschen was los.. was denn bloß? Ist es vielleicht der Neid auf diese Freiheit und Unbeschwertheit? Oder das eigene Unvermögen, mal etwas nicht so zu machen, wie "man das so macht"? Oder Vorurteile und falscher Ekel?

Ich lebe in einem kleinen Dorf, hier hat es keine Scherben, Hundehaufen oder sonstigen Müll auf der Straße - die Verletzungsgefahr ist also gering. Ganz im Gegenteil: es macht Spaß, die unterschiedlichen Untergründe zu spüren: gerade ist der Gehweg neu gemacht worden, es liegt noch überall Sand zum Füllen der Ritzen. Das fühlt sich an, als wäre ich am Strand. Und dann regnet es hier gerade ziemlich viel (wo bleibt der Sommer?): danach gibt es kleine Pfützen und feuchte Stellen. Spannend, wie sich das Gefühl unter meinen Sohlen ändert. Ich gehe achtsamer, langsamer, bewusster.

Bild: pixabay


Und warum ist das jetzt nachhaltig? Weil ich auf einer Messe im März an einem Herstellerstand von Barfuß-Schuhen vorbei gelaufen bin und danach lange überlegt habe, mir solche Schuhe zu zu legen. Aber eigentlich ist das ja Quatsch: da lauf ich doch lieber direkt barfuß und kauf mir nichts Neues. Im Zug meiner Minimalismus-Überlegungen und meiner Konsumverweigerung fühle ich mich deswegen gerade ziemlich gut. Und natürlich werde ich auch weiterhin Schuhe tragen. Heute muss ich zum Beispiel in die Stadt radeln und es regnet ohne Ende. Radfahren barfuß finde ich fies und tut mir weh, in der Innenstadt barfuß laufen ist mir zu gefährlich wegen Scherben u.ä. und bei Dauerregen werden meine Füße irgendwann kalt, das ist auch unangenehm. 

Aber morgen werde ich wieder ohne Schuhe laufen und mich darüber freuen, dass ich mich und meine Umgebung so spüren kann.

Bei #EiNab geht es diesen Monat um "Achtsamket und Wohlwollen - Nachhaltigkeit im Zen-Style" - und ich glaube, dass dieser Beitrag da gut hinpasst.

Freitag, 17. Juni 2016

Die acht Stufen des Raja-Yoga °°Yoga°°

Mir gefällt besonders am Yoga, dass vieles so bildhaft erklärt wird. Dazu gehört auch eine meiner Hausaufgaben für das nächste Ausbildungswochenende:

die achtblättrige Blüte des Yoga: Asthanga-Yoga

Patanjali hat in seinem Yoga Sutra die acht Stufen des Yoga beschrieben und diese mit einer Pflanze verglichen. Dieser Teil vom Ende des zweiten Kapitels bis zum Beginn des dritten Kapitels sind der bekannteste Teil seines Werkes.

Die Wurzeln bilden die Yamas (Sanskrit: Enthaltung, Selbstkontrolle). Sie sind die großen und ewigen Gebote, die für alle Menschen unabhängig von Kultur, Zeit, Religion oder Hautfarbe gelten. Entsprechungen finden sich in allen Religionen - zum Beispiel im Christentum die 10 Gebote. Im Yoga beziehen sie sich vor allem auf die innere Haltung, auf das Denken und Fühlen. Zu den Yamas gehören:

  • Ahimsa = die Gewaltlosigkeit und zwar körperlich, in Worten und in Gedanken. Ich glaube, dazu muss ich irgendwann nochmal einen ausführlichen Post schreiben, das interessiert mich sehr!
  • Satyya = die Wahrheit oder Wahrhaftigkeit, die zu Authentizität führt 
  • Asteya = Nicht stehlen, nicht neiden - also die Rechte anderer respektieren und ihm seinen Besitz nicht nehmen oder neiden
  • Brahmancharya = sexuelle Enthaltsamkeit, wörtlich übersetzt ist Brahmancharya das Verhalten, was zum Absoluten/ Göttlichen führt
  • Aparigraha = Begierdelosigkeit oder Unbestechlichkeit, also das Nicht-Annehmen von Geschenken
Der Stamm der Pflanze ist Niyama (Sanskrit: Verhaltensregeln). Diese Regeln beziehen sich auf den Umgang mit mir selbst, auf Disziplin und Hingabe und beschreiben den spirituellen Weg zur inneren Reinheit. In den Niyamas vertieft sich die Yogapraxis. Die Niyamas sind:

  • Shaucha = die Reinheit im materiellen, körperlichen und seelischen Sinn. Diese Reinheit ergibt sich aus den 5 Yamas und wird auch durch die rituellen Reinigungstechniken erreicht. Dabei ist aber wichtig, dass es nicht reicht, einfach irgendwelche Reinigungstechniken aus zu führen - ich muss dabei die Yamas leben und auch innerlich rein werden.
  • Santosha = die Zufriedenheit. Ich bin. Mehr muss nicht, mehr braucht nicht. Ich gehe mit einem inneren Lächeln durch die Welt und bin von nichts getrieben.
  • Tapas = Eifer und Askese. Hier ist die intensive spirituelle Praxis gemeint und die Selbsterziehung auf dem Weg zum Absoluten 
  • Svadhyaya = Erforschung des selbst, Studium der spirituellen Schriften, Reflexion über mich selbst. Das hat zum Ziel, dass ich insgesamt bewußter werde.
  • Ishvara pranidhana = Hingabe an den persönlichen Gott (das höhere Selbst, Atman oder Paraatman, das kosmische Selbst, das Göttliche). Ishvara pranidhana ist die Essenz des Bhakti-Yoga und zusammen mit Tapas und Svadhyaya Teil des Kriya-Yoga nach Patanjali (also dem Yoga der Tat, der von jedem praktiziert werden kann)

Diese zwei ersten Punkte sind schon allein eine wahnsinnige Aufgabe, finde ich! Mein Lehrer hat gesagt: "Wenn die Du die Yamas und Niyamas wirklich lebst, dann bist Du rein und authentisch." Da hab ich noch was zu tun!

Das Geäst der Pflanze sind die Asanas oder Körperstellungen. Für viele (westliche) Menschen scheinen die Asanas Yoga zu sein. Hier zeigt sich, dass Yoga noch viel mehr ist und die Übungen allein nie der Weg des Yoga sein können - kein Geäst kann ohne Stamm, Rinde, Wurzeln sein. 

Die Blätter der Pflanze ist das Pranayama, die Atemkontrolle oder Atemübungen. 

Pratyara (= Zurückziehen der Sinne z.B. in Shavasana) ist die Rinde, die zusammen mit den Asanas und Pranayama die drei äußeren Glieder beschreiben.

Die inneren Glieder des Raja-Yoga sind:

Dharana, die Konzentration, die Patanjali als den Saft der Pflanze bezeichnet. Hier geht es darum, sich zu sammeln und präsent zu sein. Diese Willensschulung führt dazu, dass ich nicht mehr träumend durch die Gegend renne, sondern bewusst einen Fokus setzen kann.

Dhyana, die Blüte, ist die Meditation, die aus der Konzentration entsteht.

Die Früchte der Pflanze heißen nach Patanjali Samadi und sind der Einheitszustand, die Erleuchtung oder höchste Erkenntnis. Samadi bezeichnet einen Bewusstseinszustand, der über Wachen, Träumen und Tiefschlaf hinausgeht und sich aus der Meditation ergibt. 

Donnerstag, 16. Juni 2016

♡♡♡ Ins Leben schwingen ♡♡♡

Ich habe heute ein wunderbares Gedicht von meiner Mutter "geschenkt" bekommen, was ich mit Dir teilen will. Es ist ein Text aus "Was meinem Leben Tiefe gibt. Schritte zum Dasein" von Pierre Stutz:




Donnerstag, 9. Juni 2016

Apfelmus aus dem Solarofen ***nachhaltig leben***

Ich besitze seit über zwei Jahren einen Solarofen. Das ist im Gegensatz zu einem Solarkocher eine Kiste, in der sich Sachen sowohl garen als auch backen und trocknen lassen - wie da die Unterschiede sind, zeigt diese Grafik sehr schön!

Solarkocher sind quasi Riesenschüsseln (sehen so aus wie Satelitenschüsseln), die mit einer reflektierenden Folie ausgestattet sind. In die Mitte wird der Topf gestellt und die Folie fängt die Energie der Sonne ein und leitet sie zur tiefsten Stelle im Kocher - also in die Mitte zum Topf. So ist es möglich, in diesem Kocher richtig zu kochen - die Energie ist nämlich richtig hoch.

Der Solarofen oder auch Kochkiste genannt ist dagegen eine Kiste in einer Kiste mit einem Glasfenster und einem Lenkspiegel wie Du hier erkennen kannst:







Zwischen den Kisten ist ein Dämmmaterial und ich kann Dir sagen, dass es im Inneren der Kiste richtig gut warm wird. Im Solarofen entstehen Temperaturen von um die 100 Grad. Nudeln kochen ist also zum Beispiel nicht möglich, das Wasser im Topf sprudelt nicht und die Nudeln werden vielleicht gar aber komplett matschig. 

Was dagegen gut geht und was ich schon selbst getestet habe:


Dienstag, 7. Juni 2016

Heute koche ich: Radieschenquark [mit selbstgemachtem Quark und Resteverwertung]

Manchmal esse ich gern Quark. Leider gibt es den ausschließlich in Plastik verpackt und dann sind´s immer so große Portionen, dass irgendwie immer was übrig bleibt (bleibt´s ja nicht, aber trotzdem entstehen immer Reste, die ich dann anderweitig verwerte(n muss)...). Und den Papatän gelüstet es manchmal Sonntags morgens spontan nach Quark mit Erdbeermarmelade...

Also mache ich Quark jetzt selber. Gleich vorweg: nein, das Ergebnis schmeckt nicht wie gekaufter Quark. Klar: er ist ganz anders hergestellt - ohne Lab und Bakterien. Aber: die Konsistenz ist gleich und auch der grundsätzliche Geschmack sehr ähnlich.




Und für mich der große Vorteil: ich brauche nur 2 Zutaten, die ich eh immer im Haus habe (und die es ohne Plastikverpackung zu kaufen gibt) und 20 Minuten Zeit. Ich liebe es einfach.

Und wie geht das jetzt?


Montag, 6. Juni 2016

Die fünf Vrttis: die Bewegungen im Geiste °°Yoga°°

Vritti - hmm, das klingt nach einer Süßigkeit aus meiner Kindheit. Und das soll was mit Yoga zu tun haben?

Ja, die Vrittis sind die seelisch-geistigen Vorgänge oder Gedanken, die zusammengefasst als Vritti Sarupya bezeichnet werden - der Bewusstseinszustand, in dem der Mensch sich noch mit den Vrittis identifiziert. Dem Alltagsbewusstsen also. Im Yoga lernst Du, Deine Gedanken mindestens zu beobachten, bestenfalls zu beherrschen. Das ist der Königswegs des Yoga auch Raja-Yoga genannt und führt Dich hin zu Svarupa, was übersetzt eigene (sva) Gestalt (rupa) heißt und das höhere Selbst bezeichnet. 

Aber was sind die Vrittis denn genau?